Weinreise Teneriffa 2007/2008

Weinreise Teneriffa 2007/2008

Weinreise Teneriffa 2007/2008

Es gibt viele Bodegas, jedoch nur wenige, die sich mit denen Europas messen können, oder diese teilweise übertreffen.

Der kanarische Wein war schon in historischen Kehlen beliebt.

Bereits 1492, als Columbus in die neue Welt aufbrach, gab es Malmsey, den heutigen Malvasia.

Shakespeare lobte den kanarischen Wein und fügte ihn in seine Theaterstücke ein, zum Beispiel in Die lustigen Weiber von Windsor, Heinrich IV. und Was Ihr wollt. In Shakespeares berühmtem Stück Heinrich IV trägt Falstaff den Spitznamen Sir John Canaries, da sein Konsum an kanarischem Wein erheblich ist.

Trotz der großen Schwierigkeiten, den Wein zu vermarkten, deren Ursache in den politischen Spannungen zwischen Spanien und England lag, preisen Shakespeares Zeitgenosse Luis de Góngora und andere spätere Schriftsteller wie Sir Walter Scott, Robert Louis Stevenson, Lord Byron oder Alexander Kuprin den Wein der Kanaren.

Jahrhunderte war er in allen Königshäusern beliebt, konnte aber bald mit den Festlandsweinen aufgrund der langen Transportwege nicht mehr mithalten. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts verlor die Inselgruppe zugunsten von Oporto, Madeira sowie Jerez und Málaga an Bedeutung.

Mit dem Beginn des Tourismus Anfang der 80er Jahre begann eine erneute Nachfrage nach diesen Weinen.

Zwischen 1992 und 1996 wurden die D.O. Gebiete geschaffen um eine hohe Qualität zu garantieren.

Auf den Inseln gibt es 33 geschützte Rebsorten, davon 19 weiße und 14 rote.

Wer die Wahrheit im Wein finden will,

darf die Suche nicht schon beim ersten Glas aufgeben.

(Werner Mitsch)

Nach einem neuerlichen Besuch Teneriffas habe ich neue Weine für Sie entdeckt.

Weine der Bodegas Soagranorte aus dem Orotavatal auf Teneriffa, geleitet vom erfahrenen Önologen Roberto, der dem Wein sehr viel Persönlichkeit verleiht.

Auf Lagen zwischen 375 Meter und 600 Meter sind für jede Traubensorte die besten Areale vorhanden.

Die Bodega produziert ca. 85 000 Liter im Jahr, teils aus 100jährigen Reben, teils aus jungen Reben.

Die Mischung macht's, ebenso die lange Maischegärung mit Unterstoßen des Maischehutes.

Als einer der ersten Winzer hat er sich für edle französische Flaschen und hochwertige Kunststoffkorken entschieden, damit das Erscheinungsbild mit dem edlen Wein harmoniert und jede Flasche ein kleines Kunstwerk wird.

Premium-Weine, die wegen der erlesenen Produktionsmenge nicht im Handel erhältlich sind.

Eine Bodega von der wir noch hören werden.


Sollten Sie Teneriffa einmal von seiner schönsten und authentischen Seite kennenlernen wollen, so empfehle ich Ihnen Puerto de la Cruz und dort insbesondere die Hotels Marquesa und Monopol, zwei der ältesten Häuser auf Teneriffa.

Empfehlenswert ist bei beiden Hotels die Übernachtung mit Frühstück.

Das Marquesa bietet abends auf der Terrasse einen Blick auf die Fußgängerzone, bei allabendlicher Livemusik können Sie dort ein Gläschen Wein genießen.

Auf dem Dach des Hotels befindet sich der Pool, wo Sie fernab des Trubels auf den Plaza de Inglesia den Blick über das Meer schweifen lassen können.

Die Empfanghalle strahlt die Eleganz und Ruhe des 18.Jahrhunderts aus.

Erwähnenwert ist auch der separate Raucherbereich zum Buffet.

Das Monopol verfügt über eine schöne verschachtelte Bauweise, da im Lauf der Jahrhunderte immer ein bisschen angebaut wurde.

So gibt es Zimmer mit Patio, mit Terrasse oder Balkon sowie zwei bungalow-ähnliche Wohneinheiten auf dem Dach mit 100qm Terrasse.

Ebenso die große mit Lianen bewachsene Empfangshalle in der abendlich verschiedene Darbietungen aufgeführt werden.

Nicht zu vergessen die blumengeschmückte Eingangstreppe und die singenden Zimmermädchen.

Puerto ist ein guter Ausgangspunkt für Reisen über die Insel.

Abends ist es kein Problem, gut essen zu gehen, wie z.B. ins Gallego, La Herreria, Templo de Vino oder ähnliche.

Puerto, ein Städtchen wie in Südamerika, mit Meerwasserschwimmbecken, Tierpark, pittoresker Altstadt und grünen Oasen, die zum Verweilen einladen.


Weinreise Dezember 2009 nach Teneriffa und Lanzarote.

Auf dieser Weinreise habe ich für Sie wieder nach Spitzenweinen der Kanaren gesucht.

Die Auswahl wird enger, aber ich habe wieder ein paar ausgesprochen seltene Weine für Sie entdeckt.

Angefangen mit der Bodega Zanata in La Guancha zwischen La Orotava und Icod de los Vinos.

Senor Perez Perez setzt auf Tradition, Erfahrung und Handarbeit um ausgesprochen gelungene Weine zu produzieren, die in der gehobenen Gastronomie ihren Platz gefunden haben.

Die Bodega befindet sich in dem ersten Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert schräg gegenüber der Kirche.

Auf den ersten Blick unscheinbar und ohne ein Hinweisschild am Eingang, eröffnet sich hinter den schlichten Türen ein bezaubernder Patio mit vielen Pflanzen.

Im Keller trifft man auf eine Bodega wie man sie sich immer schon vorgestellt hat.

In Zukunft können Feriengäste auch über der Bodega übernachten und Wandertouren in die grüne Umgebung unternehmen.

Da La Guancha sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist, können von hier auch viele Ausflüge nach Garachico, Puerto oder auch in die Mascaschlucht unternommen werden.

Aus dieser Bodega habe ich Ihnen einen Tintilla mitgebracht.

Der Name TARA führt auf den kleinen schwarzen Hund des Besitzers zurück.

Einer der wenigen in Flaschen abgefüllten Tintillas von Teneriffa.

Ausdrucksstark mit einer schönen tiefpurpurenen Farbe macht er sehr viel Spaß im Glas.

Dieser Tintilla wird nur in sehr kleinen Mengen produziert und kommt so gut wie nie in den Handel, denn er ist eigentlich für Freunde und Hausgäste reserviert.

Auch noch eine zweite Bodega auf der Westseite hebt sich angenehm hervor.

Die Bodega Tafuriaste.

Ein Familienunternehmen,1964 gegründet und 1992 und 1997 reformiert um sich ganz der Produktion hochwertiger Weine zu widmen, hat für Sie zwei hervorragende Weine im Angebot.

Den Tinto seis meses Barrica und den Seleccionada.

Auch hier sind die Produktionsmengen sehr gering und eigentlich nur in dem angeschlossenen rustikalen Gasthaus aus dem 16. Jahrhundert zu bekommen.

Sollten Sie in der Gegend um La Orotava sein, so sollten sie dem originalen Bodegon einen Besuch abstatten und sich mit traditionellen Gerichten die weit über die Inseln hinaus bekannt sind verwöhnen lassen.

Da die Dame des Hauses eine Amerikanerin ist, kommen Sie auch mit Englisch gut zurande.


Auch vorstellen möchte ich Ihnen die Bodega Reymar auf Lanzarote.

So ziemlich in der Mitte Lanzarotes liegt in einem kleinem Dorf diese Bodega schräg gegenüber der Kirche Virgen de Dolores, nur an den Flaschen und Fässern im Hinterhof zu erkennen.

Diese Bodega macht einen hervorragenden Moscatel Dulce Barrica.

Dieser Moscatel wird handselektiert und lagert 2 Jahre in amerikanischen Fässern.

Dies verleiht ihm ein einzigartiges Aroma, sodass er es auf jeden Fall mit dem Moscatel von der Bodega Stratus aufnehmen kann.

Nicht leicht zu finden, aber immer einen Ausflug wert.

Bei einem neuerlichen Besuch bei der Bodega Soagranorte in La Perdoma durfte ich die neuen Weine kosten die kurz vor ihrer Abfüllung standen.

Es wird drei neue Rotweine geben die alle sehr unterschiedlich sind.

Auch einen Blanco Barrica wird es geben, der betörend nach Kaffee und Schokolade duftet.

Sobald diese Weine abgefüllt werden freue ich mich, Ihnen auch diese Weine einer jungen Bodega anbieten zu können, die aufgrund Erfahrung und Investition eine neue Generation der kanarischen Weine einläuten.


Leider kann ich Ihnen keine Weine der Bodegas Stratus anbieten.

Die Bodegas Stratus ist immer einen Besuch wert.

Sehr eindrucksvoll in die Erde gegraben aber ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen.

Der Rotwein und der Weißwein sind technisch hervorragend gemacht, jedoch fehlt ein wenig das Herz.

Vom Preis-/Leistungniveau bevorzuge ich nach wie vor die Weißweine von Los Bermejos.

Die Preise der Süßweine schienen mir atemberaubend.

Die Qualität ist sehr gut, ähnlich dem Moscatel von Reymar jedoch mit ab Bodegapreisen von bis zu 49 Euros pro sehr schön aufgemachter Halbliterflasche ein bisschen an der Zeit vorbei.

So gleicht auch die Degustation der Süßweine einem Besuch beim Parfümeur.

Der Preis von 10 Euro für die 45 minütige Führung mit Käse- und Weinprobe ist allerdings gerechtfertigt.


Sollten Sie sich einmal um den 29.November in der Gegend um Puerto de la Cruz aufhalten, empfehle ich Ihnen unbedingt einen Besuch des Plaza del Charco.

Zu dieser Zeit wird San Andres gefeiert.

Ein Feiertag, der auf den Heiligen Andreas zurückgeht.

Weit wichtiger als das kirchliche Fest ist für die Einwohner aber der Abend davor.

Vor langer Zeit wurde zu San Andres der frische Wein in die Fässer gefüllt.

Die alten Fässer mussten zu diesem Zweck das Kopfsteinpflaster hinunter zum Meer gerollt werden um sie zu säubern.

Dieser Heidenlärm wird in der heutigen Zeit mit Begeisterung durch Kinder und Erwachsene nachgestellt indem Sie Blechdosen, die „Großen Kinder“ auch Klappstühle, Bierfässer, Bistrotische oder ähnlich lärmende Großgegenstände hinter sich herziehen.

Dieses Fest wird immer begleitet durch Beiträge rund um die Geschichte und die Kultur sowie viele Stände die geröstete Kastanien, Fleisch- und Fischspieße, Kartoffeln und natürlich den neuen Wein anbieten.

Mit 50 Cent pro kleinem Becher können Sie so viele verschiedene Weine probieren wie Sie können.

Untermalt wird dieses Fest auch mit allerlei Musik und Gesangsdarbietungen.

Sollten Sie sich im Orotavatal aufhalten, so werden Sie merken dass so ziemlich jedes kleine Dorf seine eigene Interpretation dieses Festes besitzt.


Viel Spaß im Glas und ein schönes Weihnachtsfest wünscht Ihnen Inselwein